#Tag15 – Mitten im Geschehen

Eine Woche bei den Gastfamilien verging wie im Flug, denn nun ist es wieder Samstag, jedoch befinden wir uns seit gestern in Otavalo. In zwei Gruppen wurde gefrühstückt und ohne viel Zeit zu verlieren maschierten wir “schnurstracks“ in Richtung des berühmten Marktes von Otavalo.

Stände in einem Abstand von wenigen Metern, teilweise überdacht mit Plastikfolien. Auf den Holzablagen türmen sich Decken oder Pullis aus Alpakawolle, bunte Täschchen oder Traumfängern in allen Größen. Über allem liegt der Gruch von gebratenem Huhn oder Mais, die vorbeigehenden in lautem Spanisch angeboten werden.

Drei Stunden hatten wir Zeit, um uns in das Getümmel zu werfen und das ein oder andere Mitbringsel zu erwerben. Man kann sich denken, dass es durch verhandlen nicht nur das ein oder andere wurde, so saß um 12:00 der Großteil mit zwei bis drei Sackerl gefüllt mit bunten Stoffen im Bus.

Unser nächster Stop war etwa zwanzig Minuten von Otavalo entfernt , wo wir zum Pachamanca fuhren. Das ist Kichwa und beschreibt eine bestimmte Art, das Essen zuzubereiten beziehungsweise bekamen wir die Möglichkeit bei der Zeremonie dabei zu sein. Unter dem ersten Teil des Wortes “Pacha“ verstehen die Kichwa die Erde, aber auch den Moment, wie er hier und jetzt ist. “Manka“ bedeutet, den einfachsten Topf, den man zur Verfügung hat-ein Erdloch. Letzteres beschreibt nun den Vorgang der Essenszubereitung sehr gut. Anfangs versammelten wir uns alle um das Erdloch und unterstützen, vorgeheizte Steine von einer Feuerstelle in das Loch zu befördern, ein paar halfen dabei, Karotten, rote Rüben, Mais, Bananen, verschiedene Arten von Kartoffeln und Fleisch zu holen. Abwechselnd schichteten wir die Lebensmittel übereinander, die vorgeheizten Steine dazwischen und nach oben hin auch immer mehr Salat und Blätter um leere Stellen zu füllen. Zum Schluss wurde das gefüllte Erdloch mit Decken und Erde zugedeckt um die Hitze im Loch zu behalten.

In einem Kreis um das Erdloch versammelt, bekam jeder von uns eine Blume in die Hand und legte diese mit einem Gebet/Wunsch oder einfach einem Gedanken der Dankbarkeit auf die Erde.

Nun hieß es warten.

Während dem Warten erfuhren wir einiges über die Beziehung der indigenen Familie zur Natur und den Lebensmitteln welche von Natur zur Verfügung gestellt werden. Vor allem die 4 Elemente spielen eine große Rolle in ihrem Leben, jedem Element wird eine besondere Bedeutung zugeschrieben und durch diverse Lebensmittel widergespiegelt. So wird das Element der Luft durch all die Früchte, das Element der Erde durch all das Gemüse das in der Erde wächst und das Feuer durch das Fleisch repräsentiert.

Vielfältiges und Essen ist notwendig um die verschiedenen Elemente vereinen zu können und zu spüren. Denn erst wenn eine Balance zwischen allen Elementen besteht, ist man auch fähig mit sich selbst in Balance zu sein, was unser Handeln und unsere Entscheidungen im Leben beeinflusst.

Und nach ungefähr einer Stunde war es dann an der Zeit, das Essen wieder auszugraben. In Windeseile entfernten wir mit mittlerweile sehr lautem, knurrendem Magen zuerst die Erde und die Decken und holten schließlich das Essen aus dem Loch.

Platano Maduro, violette Kartoffeln, Mais, Huhn, Rote Beete, Bohnen…alles war gedünstet und hätte nicht besser schmecken können.

Mit gefülltem Magen und vielen neuen, unvergesslichen Eindrücken machten wir uns schließlich wieder auf den Weg zu unseren Gastfsmilien.

Liebe Grüße,

Nele&Sarah

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Ein Kommentar

  1. Liebe klexianer & Begleitung, ich warte schon jeden Tag auf euren Reisebericht,- bin von den tollen Fotos bzw. von euren Tagesbericht sehr begeistert. Ihr seid so eine tolle, mutige schülertruppe, tolle Professoren, die euch alles ermöglichen. Ich wünsche euch nur mehr ein paar schöne Stunden und einen guten Heimflug . Liebe Grüße aus dem kalten, verschneiten Graz. Marianne ebenberger(Oma von Lotte H.☺️

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